Zum 125. Jubiläum der Ortsfeuerwehr Borstel begrüßten Ortsbrandmeister Lutz Peymann und sein Stellvertreter Christian Brauer am Samstag, 10.10. zahlreiche Gäste im Feuerwehrhaus Borstel.
Zu den Gästen zählten aktive Kameraden, Kameraden der Altersabteilung, Mitglieder des Fördervereins und der Jugendfeuerwehr, weitere Gäste aus Politik und Verwaltung, Freunde der Feuerwehr, Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes sowie der Kreis- und Gemeindefeuerwehr.
Begangen wurde das diesjährige Jubiläum in zwei Teilen. Den ersten Teil bildete der „Tag der offenen Tür“ im Juni. Den zweiten Teil bildete die nun stattgefundene Jubiläumsfeier mit einem kurzen Festakt und einem anschließenden gemeinsamen Essen und Beisammensein mit Partnern/Partnerinnen. Lutz Peymann bedankte sich beim Organisatorenteam für die Ausrichtung beider Veranstaltungen.
Zitat Lutz Peymann: „Die Anforderungen haben sich im Laufe der Jahrzehnte dramatisch verändert: Aus den reinen Brandbekämpfern von einst ist heute eine spezialisierte Stützpunktfeuerwehr geworden. Der klassische Brandeinsatz ist heute nur noch ein Teilbereich. Technische Hilfeleistungen bei schweren Verkehrsunfällen, der professionelle Umgang mit Gefahrstoffen oder die Bewältigung von extremen Wetterereignissen fordern von uns heute ein großes Maß an Fachwissen, Flexibilität und kontinuierlicher Weiterbildung.“
Aktuell bilden über 60 aktive Mitglieder zusammen mit einer engagierten Altersabteilung, einem starken Förderverein und einer lebendigen Jugendfeuerwehr das Fundament für die Zukunft.
Lutz Peymann hielt einen Rückblick auf die 125-jährige Geschichte:
- 1901 Gründung der Feuerwehr in Borstel als Pflichtfeuerwehr nach der Polizeiverordnung
- 1925 aus der Pflichtfeuerwehr entstand die Freiwillige Feuerwehr Borstel-Bockhop
- 1953 Trennung der Wehren Borstel und Bockhop, die aber bis heute eine starke und verlässliche Nachbarschaft bilden
- 1968 Beschluss zum Anbau eines neuen Gerätehauses am Sportheim
- 1974 wurde ein neues TLF (Tanklöschfahrzeug) 8 S in Dienst gestellt
- 1981 folgte das GW-Z (Gerätewagen mit Zusatzbeladung) mit Rettungssatz
- 1983 Richtfest zur Erweiterung der Fahrzeughalle
- 1990 Aufnahme der ersten Feuerwehrfrauen in die Ortsfeuerwehr
- 1999 erfolgte die offizielle in Dienststellung des Ersten ELF (Einsatzleitfahrzeug), welches in zahlreichen Stunden durch Kameraden und etliche Spenden vom Schulbus zum ELF umgebaut wurde
- 2000 Übergabe des noch heute im Dienst stehenden TLF 8/18
- 2001 Feier und Wettbewerbe zum 100. Geburtstag
- 2010 das aktuelle HLF 10 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) wurde als Ersatz für das GW-Z in Dienst gestellt
- 2011 Gründung der ELO-Gruppe (Einsatzleitung Ort)
- 2012 Einweihung des Anbaus - 3500 Stunden Eigenleistung wurden eingebracht, in den Anbau von 3 Garagen mit Umkleidegang, Büro und Lager an das bestehende Gerätehaus sowie den Umbau der bisherigen Einstellplätze zu einem Schulungsraum mit Küche und WC- bzw. Duschräumen
- 2013 feierten wir 112 Jahr Feuerwehr Borstel mit gemeinsamen Wettbewerben am neuen Feuerwehrhaus
- 2014 Gründungsversammlung des Fördervereins der Ortsfeuerwehr Borstel
- 2017 Übernahme zahlreicher aktiver Mitglieder und Alterskameraden aus der sich aufgelösten Ortsfeuerwehr Sieden
- 2019 Ersatzbeschaffung für das ELF, ein ELW 1 (Einsatzleitwagen) wurde für die ELO in Dienst gestellt
Lutz Peymann erinnerte in seinem Rückblick auch an einige bedeutende Einsätze, die vielen Kameraden in Erinnerung geblieben sind sowie an gesellige Stunden bei Ausflügen oder gemeinsamen Aktivitäten im Dorf.
Stellvertretender Ortsbrandmeister Christian Brauer verwies auf die erfolgreiche Geschichte der Jugendfeuerwehr Borstel und Umgebung, welche im Jahr 1990 gegründet wurde. Die größten und für alle bedeutendsten Meilensteine in der Geschichte der Jugendfeuerwehr waren die Ausrichtung des Kreisjugendfeuerwehrtages 2010 sowie die des Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers 2016. Aufgrund eines Unwetters startete das Zeltlager mit einem Tag Verspätung, dennoch waren es am Ende 8 unvergessliche Tage. Über 700 Helfer aus der gesamten Samtgemeinde und darüber hinaus haben es für uns alle zu einer unvergesslichen Woche werden lassen.
In diesem Rahmen bedankten sich Brauer und Peymann ganz besonders bei dem ehemaligen stellv. Ortsbrandmeister Heiner Knoop, dessen Amtszeit ist im Sommer 2026 nach 12 Jahren ausgelaufen ist und er selbst hat auf eine erneute Kandidatur verzichtete. Knoop war mit 16 Jahren in die Ortsfeuerwehr Borstel eingetreten und hat bis heute zahlreiche Lehrgänge absolviert. Er hat bei allen Bautätigkeiten prägend mitgewirkt und war immer ein ruhender Pol mit fachlichem und technischem Wissen, besonders bei Einsätzen mit Verkehrsunfällen. Beide verabschiedeten ihn mit einem Präsent, von allen Gästen gab es „standing ovations“.
Lutz Peymann beendete mit seinem Schlusswort: „Liebe Anwesende, die Technik, die Fahrzeuge und die Ausrüstung werden sich auch in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln. Doch das Wichtigste wird immer der Mensch bleiben, der im Inneren des Einsatzanzugs steckt. Es braucht Menschen mit Herz, Verstand und Mut. Mein ausdrücklicher Dank gilt an dieser Stelle euch allen, den Aktiven aber auch den Alterskameraden und Förderern und natürlich den Partnern und Familien zu Hause ab auch den Arbeitgebern. Ohne Ihren und euer Rückhalt, Ihr Verständnis und Ihre Geduld im Hintergrund wäre dieser verlässliche Schutz für unsere Bürgerinnen und Bürger schlichtweg nicht möglich.“
Grußworte hielten anschließend Gemeindebrandmeister Rolf Bollhorst, Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens, der Vorsitzende des Fördervereins der Ortsfeuerwehr Borstel Gerd Pröstler, Kreisbrandmeister Michael Wessels, der stellv. Abschnittsleiter Süd Sebastian Fröhlich sowie der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Norbert Warnke.
