F2 – Brennt 800m³ Miete aus Kokosmehl

Borstel – Am Montag, den 22. Dezember 2025, wurden gegen 9.22 Uhr die Ortsfeuerwehren Borstel, Bockhop und Pennigsehl zu einem Brand auf dem Außengelände einer Erdenfabrik in Borstel alarmiert. Zunächst war von einer brennenden Torfmiete die Rede, vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Lagerbox mit Kokosmehl handelte.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stieg bereits eine erhebliche Rauchentwicklung aus einer Miete mit gepresstem Kokosmehl auf. Erste Löschversuche zeigten rasch, dass sich der Brand tief in das sehr dichte Material hineingefressen hatte. Aufgrund dieser besonderen Materialeigenschaften, die eine enorme Wasseraufnahme begünstigen, war ein massiver Löschwassereinsatz in Verbindung mit Netzmittel erforderlich.

Die Wasserversorgung wurde über einen rund 220 Meter entfernten Unterflurhydranten durch die Ortsfeuerwehr Bockhop sowie zusätzlich über einen Tiefenbrunnen direkt an dem Produktionsgelände durch das Tanklöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Pennigsehl sichergestellt. Parallel übernahm das HLF aus Pennigsehl die Brandbekämpfung von der Rückseite, um ein Übergreifen auf weitere Lagerbereiche zu verhindern.

Mit Radladern des Betreibers wurde das brennende Material schrittweise umgeschichtet, um an tiefere Brandnester zu gelangen und diese gezielt abzulöschen. Dabei zerfiel das gepresste Kokosmehl teilweise zu feinem Staub, sodass die Arbeiten ausschließlich unter Atemschutz beziehungsweise mit FFP-2-Masken durchgeführt werden mussten. Aufgrund des hohen Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern wurden im weiteren Einsatzverlauf zunächst die Unterstützergruppe Atemschutz aus Sulingen und später zusätzlich aus der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen nachalarmiert. Auch weitere Atemschutzgeräte wurden von dem defekten TLF aus Borstel aus dem Gerätehaus zur Einsatzstelle gebracht.

Zeitweise waren bis zu acht C-Rohre gleichzeitig im Einsatz, die von beiden Seiten Netzmittel abgaben. Vorsorglich wurde zudem eine direkt angrenzende Lagerbox mit rund 600 Kubikmetern Kokosmehl vollständig geleert und kontrolliert, da ein Übergreifen des Feuers nicht ausgeschlossen werden konnte. Die freigewordene Fläche diente anschließend als Arbeitsraum für ein gezieltes Nachlöschen der umgeschichteten Brandmiete.

Zur Unterstützung der Einsatzkräfte waren neben der Feuerwehr auch die Hygieneeinheit aus Brake, die Feuerwehrtechnische Zentrale, mehrere Mannschaftstransportwagen als Shuttlefahrzeuge sowie die DRK-Bereitschaften aus Siedenburg vor Ort. Diese lösten den Rettungsdienst im andauernden Einsatz ab. Für die Verpflegung der Kräfte sorgte die Kreisfeuerwehrküche aus Wehrbleck. Auch die Polizei war an der Einsatzstelle.

Gegen 16 Uhr konnte schließlich der Befehl „Wasser halt“ gegeben werden. In der Folge wurden die Schlauchleitungen schrittweise zurückgebaut, eine Leitung sowie Schaummittel verblieben jedoch für notwendige Nachlöscharbeiten vor Ort. Insgesamt waren 105 Einsatzkräfte im Einsatz, davon 20 Trupps unter schwerem Atemschutz mit jeweils 2-3 Personen. Erst am späten Nachmittag konnten die Kräfte nach und nach aus dem langwierigen Einsatz entlassen werden.

 

Fahrzeuge im Einsatz:

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Anfahrt Einsatzort:

Fotos:

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